Ridgeback-Treffen der Superlative
Die E.L.S.A.-Clubsschau 2008 in Bad Wildungen ist zu einem Ridgeback-Treffen der Superlative geworden: Fast zweihundert Vertreter unserer Rasse trafen sich am Wochenende des 19./20. Juli im Park vor der malerischen Kulisse des Maritim-Badehotels in Bad Wildungen zur Clubausstellung und zum Junghundetag 2008. Auch der Wettergott hatte einige Superlative parat: vom bösen Donnergrollen über sintflutartige Regengüsse und peitschende Windböen, die an Zeltstangen und Plastikbanden rüttelten, bis zu knalligstem Sonnenschein hatte er alles im Gepäck, was Herr und Hund sich nur vorstellen konnten, sich aber eigentlich lieber nicht vorgestellt hätten. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen: Bad Wildungen 2008 war im Urteil aller Besucher ein unvergessliches Ridgeback-Fest!
asp. - Der Club E.L.S.A. rief und alle, alle kamen: Schon zu dem unter der Obhut von Sigrid Römer organisierten Junghundetag, der traditionell am Tag vor der Clubschau stattfindet, hatten sich am Samstag über 70 Teilnehmer mit ihren Ridgebacks zwischen vier Monaten und vier Jahren angemeldet. Sie ließen sich von Bettina und Andreas Engel gerne in die Geheimnisse des Apportierens einführen und lernten, in welch’ unterschiedliche Bahnen sportlicher Aktivitäten sie die oftmals überbordenden Kräfte ihres vierbeinigen Powerpakets lenken können. Ganz ähnliche Erfahrungen machten die Teilnehmer im Spiele-Team bei Birgit Ammersbach, Anne Marie Schmidt-Pfister, Martina Bräuer-Schwarz und Mark Rill: Hier wurde daran erinnert, dass der Hund, genau wie der Mensch, im vergnügten Spiel vieles für den Ernst des Lebens lernen kann und dass im Spaß des Spielens so ernsthafte Dinge wie soziale Kompetenz, Kooperationsfähigkeit und Bewältigung von Umweltstress erlernt werden. Auch ein langweiliger Alltags-Spaziergang kann mit etwas Phantasie und dem Einbezug von Bäumen, Holzhaufen und unterschiedlichen Bodenstrukturen zu einem Abenteuerweg für Mensch und Hund werden. Und wenn – z.B. bei Krankheit oder fortgeschrittenem Alter des Hundes – lange Spaziergänge nicht mehr möglich sind, lässt sich durch ein Suchspiel das Leben in und ums Haus ebenfalls interessanter gestalten. Gut besucht war auch das Ring-Training: Hier lauschten über fünfzig Teilnehmer zuerst den theoretischen Ratschlägen des E.L.S.A.-Ausstellungsteams mit Dirk Strackbein an der Spitze und übten anschließend auf der grünen Wiese, Theorie in Praxis umzusetzen. Burkhard Seibel, erfahrener und angesehener VDH-Richter: „Ein sinnvoller und fachkundiger Lehrgang in Ringtheorie und –praxis!“
Superlative auch beim abendlichen Galadinner im Fürst-Metternich-Saal des Hotels Maritim: 240 Mitglieder des Club E.L.S.A. und ihre Gäste ließen sich die Köstlichkeiten des Buffets schmecken und feierten anschließend bei einer stilvollen Preis- und Pokalübergabe die drei erfolgreichsten Schau-Hündinnen und -Rüden des Jahres.
"Best of E.L.S.A." Hündinnen |
| Name der Hündin | Besitzer | Punkte |
1. | Sangoma Tanczaca Z Uszami | N. Schmulder | 101,7 |
2. | Enye Balda Löwenschwanz | N. Schmulder | 98,3 |
3. | Makololo Bamuthi wa Binti Buyuni | A.M.Schmidt-Pfister & Dr.Ch.Schmidt | 81,6 |
"Best of E.L.S.A." Rüden |
| Name des Rüden | Besitzer | Punkte |
1. | Nkosi Sikelele Bushman's San | B. Motes | 123,6 |
2. | Tumalanga Aliko | M. Cramer-Haar | 93,3 |
3. | Ekevu vom Moerser Schloß | M. Nowak | 74,3 |
Birgit Linnerth, Leiterin der Hilfsstelle „Ridgeback in Not“, erzählte aus dem oftmals traurigen Alltag jener Ridgebacks, für die wegen Trennung ihrer Besitzer oder auch infolge vermeidbarer Missverständnisse beim Kauf eines Welpen leider ein neuer Platz gesucht werden muss – ihre Zahl nimmt trotz der Appelle für eine sinnvolle Information vor der Anschaffung eines Welpen leider weiterhin erschreckend zu, und daraus resultiert viel Leid für die Hunde. Eine dank großzügiger Spenden gut dotierte Tombola rundete den geselligen Abend ab und erbrachte die ansehnliche Summe von 1.565 Euro für „RR in Not“. Müde sanken die Hundeleute schließlich in ihre Betten, um sich für den kommenden Ausstellungstag fit zu schlafen. Kursierende Berichte, wonach einige Ridgebacks durch nächtliches Bellen andere Gäste so verärgert hätten, dass das Hotel Sekt spendieren musste, sind übrigens völlig haltlos und stammen aus der Gerüchteküche – wahr ist, dass die Hotelleitung in einer ebenso freundlichen wie dankenswerten Geste hundelose Gäste vorab über die Veranstaltung orientiert und ihnen eine Flasche Sekt aufs Zimmer gestellt hatte!
Der Sonntag – auch er wettermäßig nicht durchweg so, wie ein Ridgeback sich das wünschen würde – ließ sich dann schon am frühen Morgen mit Ausgabe der Startnummern und Errichten von Regenpavillons rund um die drei Ringe ziemlich arbeitsintensiv an. Punkt 9.30 Uhr begannen die Richter mit ihrer Arbeit – jeder hatte rund sechzig Ridgebacks in unterschiedlichen Klassen zu richten, darunter kleine Knuddelbären im Welpenalter und altgediente Opas mit weißem Bart, erfolgreiche „Champs“ mit ellenlangem Palmarès und ganz gewöhnliche Familien- und Begleithunde. Wobei für jeden Ridgebackbesitzer natürlich sein Hund nie „gewöhnlich“, sondern sozusagen ein „Champion des Herzens“ ist - und genau so soll es auch sein! Zum ersten Mal hatte der Club E.L.S.A. zusätzlich nicht nur eine „Babyklasse“ eingerichtet, sondern auch Ridgebacks mit zuchtausschließenden Fehlern zugelassen, die sonst nie an Ausstellungen teilnehmen können. Aufregung und Spannung vor allem unter den dazugehörigen Zweibeinern waren groß, und für alle – Aussteller wie Richter – war es eine neue Erfahrung im Showring. In der Mittagspause wurde unter diesen „Hors-Concours-Teams“ ein luxuriöses Hundebett verlost, um klar zu stellen, dass auch Ridgebacks ohne Ridge oder mit zu vielen Crowns, mit Knickrute oder weißen „Stiefeln“ im Club E.L.S.A. ernst genommen werden.
Als „Bester der Rasse“ (BOB) etablierte sich schließlich der Veteranen-Rüde KAPOBA’S ZALOG XARIT von Silvia und Holger Dilk – ein Rüde mit viel Charisma, der mit seinen zehn Jahren beneidenswert gesund und fit ist. Beste Hündin wurde Esther Albrandts HAIBA KAISOON CANEESHA, gezüchtet von Nicolette Foschum, die außerdem den von E.L.S.A.-Ehrenmitglied Rosy Brook-Risse gestifteten „Johokwe-Wanderpreis“ für die beste in Deutschland gezogene Hündin gewann. Der „Carl-Ludwig von Geibler-Wanderpreis“ für den besten in Deutschland gezogenen Rüden, gestiftet von E.L.S.A.-Ehrenmitglied Christa von Stetten, ging an Dagmar und Jürgen Schröders MERANGA GRANDE BOMA, gezüchtet von Georg-Johannes Marek. Richterin Gisa Schicker zum Abschluss: „ Menschen und Hunde fühlten sich wohl an dieser Clubschau. Es klappte alles wunderbar, Helfer und Clubmitglieder zeigten vollen Einsatz, die Besucher und auch wir Richter haben uns in diesem ganz besonderen Ambiente von Bad Wildungen außerordentlich wohl gefühlt!“
Der Club E.L.S.A. dankt den Richtern Gisa und Walter Schicker sowie Burkhard Seibel für ihre fundierte, sorgfältige Arbeit und ihren Einsatz auch bei extremen Wetterverhältnissen, den Sponsoren für großzügige Unterstützung, der Leitung und Belegschaft des Hotel Maritim für aufmerksame Betreuung und allen Helfern vom Club E.L.S.A. für ihren unermüdlichen Einsatz schon Wochen im voraus für die diesjährige Clubschau. Bad Wildungen ist in den letzten Jahren für Ridgeback-Freunde aus dem In- und Ausland zu einem regelrechten Mekka geworden. Darüber freuen wir uns im Club E.L.S.A. und versprechen auch für 2009 vollen Einsatz!
Anne Marie Schmidt-Pfister
2. Vorsitzende