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Antijagdtraining mit Pia Gröning am 14./15.5.2011

Antijagdtraining mit Pia Gröning am 14./15.5.2011 lese ich auf der Internetseite von ELSA. Das ist was für Paula und mich, denke ich und melde uns an. Dank Stellas Organisation, die sogar eine Liste mit den nützlichen Dingen für Hund und Besitzer enthielt, bin ich gut vorbereitet, als ich am 14.5. morgens früh von Düsseldorf nach Gelsenkirchen fahre.

Gelsenkirchen. Da ich im Ruhrgebiet aufgewachsen bin, weiß ich natürlich, dass wir gute Trainingsmöglichkeiten vorfinden werden. Aber damit hatte ich nun nicht gerechnet. Uns erwartet ein riesiges Zechenbrachgelände, das sich die Natur und alle Häschen Deutschlands zurückerobert haben.

Wir, 7 Menschen, 7 Ridgebacks und ein Gast-Dackel treffen uns im Forsthaus Rheinelbe. Die Trainerin ist schon vor Ort und ein Schlaraffenland an Geschirren, Schleppleinen, Futterbeuteln usw. erwartet uns. Natürlich stelle ich fest, dass Paula noch dringend Dieses und Jenes benötigt. Ich greife zu – wie immer – dieses Mal mit dem Unterschied, dass ich auch 3 Wochen später noch überzeugt von meinen Einkäufen bin, weil sie sich im Alltag bewähren.

Die Trainerin Pia Gröning ist ein Profi. Profi nicht nur im Hinblick auf ihre fachlichen Kompetenzen, sondern auch Profi im Umgang mit Menschen, denen sie die Inhalte des Trainings vermitteln möchte.

Im Rahmen der Vorstellungsrunde erfahre ich dann, dass Pia Gröning Pädagogik mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung studiert hat. So begleitet mich in den nächsten zwei Tagen kein erhobener Zeigefinger, sondern eine Trainerin, die weiß, wie sie mündige Menschen befähigt, ihren Wissensstand und ihre Handlungskompetenz zu erweitern.

Die teilnehmenden Hunde haben alle so mehr oder weniger ihre Jagderfahrungen gemacht, und nun möchten zumindest ihre Besitzer daran arbeiten. Die Hunde äußern sich hierzu nicht.

Wir beginnen mit einem Vortrag, und ich höre zum ersten Mal, dass ich Paulas Jagdbedürfnisse kanalisieren kann und ihr Verhalten sogar belohnen darf. Ich bin verwirrt. Hatte ich doch bislang gelernt, alles, was mit Jagen zu tun hatte irgendwie zu vermeiden und Paula bei Ausbruch der Leidenschaft zu korrigieren. Ja, das ist eine Möglichkeit mit dem Jagdtrieb umzugehen. Jetzt lerne ich, dass es Alternativen gibt. Ich bin neugierig geworden.
Was wir in der Theorie hören, setzen wir anschließend im Hasenland mit Übungen zum Orientierungstraining und zur Stabilisierung des Erregungsniveaus, z.B. durch Sitz/Platz Bleib-Übungen, Reizangelspiele, Blickkontakt bei Reizsituationen, um.
So wechseln sich Theorie und Praxis ab.

Spannend ist auch die Aufgabe an uns Teilnehmer, eine Liste mit mindestens 15 Aktivitäten, die der Hund gerne macht, (Zerrspiele, Bürsten, Futtersuchspiele) zu erstellen und in eine Beliebtheitsskala einzuordnen. In welche Aktivitäten ist der Mensch involviert und welche davon stehen auf der Beliebtheitsskala ganz oben?. Ich merke, dass ich ungeübt darin bin, die Beziehungsgestaltung zu meinem Hund auf diese Art zu reflektieren und daraus abzuleiten, wie ich mich stärker in die beliebtesten Aktivitäten meines Hundes involvieren kann – aber sehr hilfreich.
Wir haben in den 2 Tagen viele weitere tolle Übungen auf dem Gelände gemacht. Schön, dass ich alles in unseren Alltag integrieren kann.
Paula und ich hatten ein wunderschönes Wochenende mit netten Menschen und tollen Hunden.

Ich habe eine hoch motivierte Paula erlebt – das war überhaupt das Größte!

Anja Duhme