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Jagdliches Ausbildungswochenende vom 02.-05. Juni 2016 in Eppenbrunn

An diesem Wochenende trafen sich 11  motivierte Hundeführer/Jäger und ihre vierbeinigen Begleiter (9  Rigdebacks, 1 Hannoverscher Schweißhund und 1 Dt. Kurzhaar) im schönen Pfälzerwald bei Günter Werner im Forstrevier Stüdenbach.

Günter Werner, Forstrevierleiter Stüdenbach und Leiter der jagdlichen Leistungsabteilung des Club E.L.S.A. leitet und organisiert das Ausbildungswochenende. Das heißt, er hat uns drei Tage lang jede Menge Fachwissen und eigene Erfahrungen vermittelt - für eine waidgerechte Jagd sind gut ausgebildete Hunde  dringend erforderlich. Er hat uns für die Schweißarbeit begeistert und jedes Mensch/Hund Team mit individuelle Tipps auf den richtigen Weg gebracht – und das alles mit großer Ruhe!

Erstmal „Hut ab“ für so viel ehrenamtliches Engagement und vielen Dank!

Wir starteten Donnerstagnachmittag nach dem Begrüßungskaffee mit dem Theorieteil und  einer PowerPoint-Präsentation  Den Abend  ließen wir mit einem gemeinsamen Pizzaessen und netten Gesprächen, meist zum Thema Jagd und Hund, ausklingen.
Am Freitagmorgen gab es zunächst eine kurze kompetente Einführung in die Schweißarbeit. Informationen zur Ausrüstung und wertvolle Tipps für das Anlegen einer Schweißfährte standen im Mittelpunkt.

Direkt danach ging es ab in den Wald um in Teams unsere ersten Fährten zu legen (zur Verfügung standen Rot- und Schwarzwild)

Die Standzeit der Fährte haben wir genutzt um eine Kaninchenschleppe zu arbeiten.

Außerdem gab es noch eine Übung zum „Verweisen“. Auf einer Strecke im Gelände werden markierte Verweiserstücke  abgelegt, das können Knochenteile, Haare, Schweiß etc. sein. Der Hund wird an lockerem Riemen  vorbeigeführt und soll möglichst die einzelnen Stücke verweisen und so seinem Führer zeigen, dass er was gefunden hat.

Nachmittags wurden dann unsere Fährten einzeln von dem jeweiligen Hund/Mensch-Team gearbeitet, sachkundig von Günter kommentiert und von den übrigen Teilnehmern beobachtet. Auch beim Zuschauen kann man eine Menge lernen!

Am Samstag hatte Günter im Wald einen sehr umfangreichen Wildparcours aufgebaut. Das bedeutet, jeweils im Abstand von einigen Metern, liegen verschiedene Tierarten, die der Hund anschauen und bewinden  darf.  Da war einfach alles dabei was die heimische Tierwelt hergibt (Taube, Kaninchen, Fuchs, Mader, Waschbär, Dachs, Reh, Frischling, Keilerdecke und noch einiges mehr). Es war beeindruckend und für die Hunde eine tolle Erfahrung.

Eine weitere eindrucksvolle Übung war, das Anlegen eines Verleitkreuzes:  Eine  Schweißfährte auf einer Wiese, über die, an einer definierten Stelle mit einem Kaninchen eine Schleppe gezogen wurde. Beim Arbeiten der Fährte wurde deutlich, wie der Hund auf so eine attraktive Verleitungen reagiert.
Außerdem gab es noch eine sehr interessante Demonstration zum Thema Anschuss auf einem Rehwildkörper und einem Dachs.

Am Samstagnachmittag haben wir unsere Übernachtfährten gelegt. Die längere Standzeit ist schon eine größere Herausforderung für die Hunde.

Diese Fährten haben wir dann am Sonntagmorgen unter aufmerksamer Beobachtung von Günter und den übrigen Hundeführern gearbeitet. Günter hatte sich die Mühe gemacht und schon ganz früh am Morgen, für uns nicht bekannt, eine ordentliche Verleitung eingebaut.

Bei all unseren Übungen zeigte sich schnell: das Wesentliche ist es seinen Hund lesen zu können!
Nur wer eine Reihe von Fährten gearbeitet hat, kann erkennen, ob sein Hund gerade konzentriert der Wundfährte folgt oder mit Eifer einer spannenden Verleitung nachhängt.

Wichtig für die Übungsfährten daheim ist eine langsame Steigerung der Anforderungen (der Hund soll immer zum Erfolg kommen!), Standzeiten, Verlauf, Gelände und Länge können variiert werden.

Mit meiner jungen Hündin, die an diesem Wochenende ihre allererste Erfahrung gesammelt hat,  konnte ich im Oktober an der Prüfung teilnehmen. Wir haben die Jagdlichen Anlagen-Prüfung JAP gemäß der Prüfungsordnung des Club E.L.S.A. inkl. der 300m-Übernachtfährte (getreten mit dem Fährtenschuh) bestanden! Jetzt heißt es weiter arbeiten!

Noch eine Anmerkung meinerseits:  Große Klasse, dass ich auch als nicht Club E.L.S.A. Mitglied hier teilnehmen darf (DZRR).

Wie schon bei einem vorherigen Besuch im Pfälzerwald, kam auch diesmal das kulinarische Erlebnis nicht zu kurz. In den kurzen Pausen wurden wir bestens versorgt (danke liebe Gertrud Werner!)  Besonders erwähnen möchte ich den Flammkuchenabend in der rustikalen Jagdhütte. Die selbstgemachten Flammkuchen, vorbereitet von Gertrud Werner und gebacken von Günter, sind unvergleichlich lecker! Vielen Dank für alles an Familie Werner!

Rita Hamphoff, Datteln