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Jagdliches Ausbildungswochenende mit Prüfung vom 22. bis 25. Juni 2017

Das diesjährige Ausbildungswochenende fand wie gewohnt bei der Familie Werner im Pfälzerwald statt. Neu war dieses Jahr, dass am Ende des Lehrgangs Prüfungen nach POJ angeboten wurden. Es waren 3 Gespanne zur JAP mit 300m Fährte und ein Hundeführer mit zwei Hunden zur 600m Fährte angemeldet.

Am Donnerstagabend trafen sich die 12 Gespanne (11 RR + 1 Braque francais), die aus ganz Deutschland und sogar aus der Schweiz angereist waren, und wurden von Ausbildungsleiter Günter Werner mit Hilfe einer Powerpoint Präsentation in die Schweißarbeit  eingeführt. Abschließend fand ein Pizzeria Besuch statt bei dem sich die Teilnehmer näher kennenlernten.

Freitagmorgen wurden die Fährtenschuhe bestückt, Schweiß verteilt und es ging ab in den Wald. Unter Anleitung wurde die erste Fährte in Zweierteams getreten, und darauf geachtet dass richtig markiert und getupft oder gespritzt wurde. Während der Standzeit der Fährten arbeitete die Gruppe Kaninchenfährten aus. Günter beobachtete, kommentierte die Teams und gab wertvolle Tipps zur Fährtenarbeit und Hundeführung. Abends wurden die am Morgen gelegten Fährten von den jeweiligen Gespannen ausgearbeitet. Hierbei beobachtete die ganze Gruppe und bewertete die geleistete Arbeit. Auf alle Fragen die beim Beobachten aufkamen konnte Günter mit seinem fundierten Fachwissen und Erfahrungsschatz eine Antwort geben. Abschluss war an diesem Tag in einem Biergarten.

Samstag früh ging es schon wieder weiter mit dem Legen einer Fährte auf einer großen Wiese für ein sogenanntes „Verleitkreuz“.

Danach durften die Gespanne einen Wildparcour durchlaufen bei dem sie Bekanntschaft mit allerhand heimischem Wild machten. Neben Fuchs, Dachs, Reh, Frischling, Taube gab es auch noch Mauswiesel, Marder, Waschbär und noch weitere Tiere, sowie frische Decken (Rotwild) u. Schwarten zu beschnuppern. Anschließend führte uns Günter das richtige Untersuchen und Finden des Anschusses vor. Nun begab sich die Gruppe zur nächsten Station, einer Verweiserbahn. Hier wurden die Hunde am kurzen, lockeren Riemen geführt und zeigten ihren Führern was sie alles gefunden hatten (Knochensplitter, Haare, Schweiß). Danach wurden schon die Prüfungsfächer Gehorsam und Schussfestigkeit durchgeführt. Unter den Augen der Richter Jessica Wenzel, Ulrich Krause und Günter Werner machten sich die 3 Prüflinge der JAP bereit. Im Fach Gehorsam wurde die Leinenführigkeit im Stangenholz, Fuß gehen mit und ohne Leine bewertet. Bei der Schussfestigkeit musste der Hund sich vom Führer lösen während 2 Schüsse abgegeben wurden. Nachdem die Prüflinge dies geschafft hatten konnten sich auch die anderen Kursteilnehmer versuchen. Dann wurden die zuvor gelegten Fährten am Verleitkreuz ausgearbeitet. Die Hunde sollten dem frischen Duft einer Kaninchenspur trotzen und auf ihrer Schwarzwildfährte bleiben. Dies diente auch dem „Lesen lernen“ der Hundekörpersprache!

Schon am späten Nachmittag begannen die Richter mit dem Legen der Prüfungsfährten für den nächsten Tag. Auch die anderen Teilnehmer legten sich gegenseitig  prüfungsfähige Übernachtfährten.  Lediglich die Prüflinge hatten schon Feierabend und schonten sich und ihre Hunde für den nächsten Tag. Krönender Abschluss des Tages war das weitbekannte Flammkuchenessen in der Jagdhütte. Günter der den ganzen Tag organisiert, Fährten gelegt, kommentiert und Infos gegeben hatte, lies es sich nicht nehmen die von seiner Frau Gertrud vorbereiteten Flammkuchen in seinem Ofen fertig zu machen. Bei Lagerfeuer, leckerem Essen und Getränken ging der Tag zu Ende.

Sonntag–Prüfungstag. Während die anderen Kursteilnehmer ihre Übernachtfährten ausarbeiteten, wurde ausgelost wer von den drei JAP Anwärtern beginnen sollte. Die Bedingungen waren schlecht da es schon tagelang sehr trocken und heiß war. Beobachtet von den Richtern und dem Schweizer Assistent Rudi Beer wurden die 300m von allen drei gemeistert. Jetzt waren die 600m Fährten dran. Dominic Söhngen der zwei Hunde gemeldet hatte suchte zuerst mit seiner Hündin Hadiya, dann mit seinem Rüden Tau. Beide bestanden und der sichtlich erschöpfte Dominic war glücklich diese Tortur erfolgreich geschafft zu haben. Beim letzten Prüfungsfach, der Drückjagd-Simulation, wurden die Hunde beim Führer abgelegt. Vor ihnen zogen Treiber durchs Unterholz und vom Führer (bzw. direkt hinter ihm) wurde  je 2 x geschossen. Hierbei mussten die Hunde ruhig bleiben und den Führer nicht behindern. Nun zogen sich die Richter und der Assistent zurück und werteten die Prüfungsfächer aus. Alle hatten bestanden. Zum Abschluss des Lehrgangs wurden die Teilnahmebescheinigungen und Prüfungsurkunden übergeben.

Danke an Familie Werner für das tolle, lehrreiche Wochenende, die Organisation, das gute Essen und das freundliche miteinander. Dank auch den Richtern Jessica Wenzel und Ulrich Krause die sehr weit angereist sind und den Lehrgang kräftig unterstützt haben.

Peter Koch, Schörzingen

Folgende Gespanne haben die Prüfung bestanden:

JAP + 300m SchwK1:
-    Steve Rosenbusch mit Ahsante Xara ja Dakari Askan
-    Peter Koch  mit Emil von der Stüdenbach
-    Kai Rodemann mit   Ye Yapa Galib Bhano Helix Nebular

600m SchwK2:
-    Dominic Söhngen  mit Letsatsi kwa Africa a Tribiute to Zazu Tau
-    Dominic Söhngen  mit Letsatsi kwa Africa a Tribiute to Asa Hadiya

Für beide Hunde wurde inzwischen die ELSA Prüfung vom Landesjagdverband anerkannt und die „Brauchbarkeit für die Nachsuche auf Schalenwild“  durch die  Ausstellung der Urkunden offiziell bestätigt.

Rudi Beer hat mit seinem Rüden  El Akim von der Stüdenbach in der Schweiz  im August die 1000 m Fährtenprüfung bestanden.

Ein herzliches Suchen-Heil für die Führer und ihre Hunde!

Günter WERNER, Eppenbrunn